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Interview mit Oriana Sun: Ästhetik für das chinesische Neujahrsfest

Interview mit Oriana Sun: Ästhetik für das chinesische Neujahrsfest
19/02/26

Ein Gespräch mit Oriana Sun über Mode, kulturelle Identität und das chinesische Neujahrsfest: sich wandelnde Symbole, persönlicher Stil und ästhetische Visionen für das Jahr 2026

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Für Oriana ist das Mondneujahr keine Ästhetik. Es ist eine physische Erinnerung. Aufgewachsen in einer großen Familie in China, verbindet sie es mit einer ganz bestimmten Energie: dem Haus voller Stimmen, dem überlagernden Gelächter, den endlosen Gesprächen zwischen verschiedenen Generationen, die am selben Tisch sitzen. Vor allem aber mit den Vorbereitungen. Tage vor dem Fest musste alles neu sein... wirklich alles. Kleidung, Wäsche, frisch geschnittene Haare, perfekte Maniküre. Es war nicht nur ein ästhetisches Ritual, sondern ein konkretes Gefühl von Glück und innerem Frieden. Als ob die äußere Erneuerung auch das Unsichtbare neu ausrichten könnte.

Bedeutung des chinesischen Neujahrsfests in der zeitgenössischen Mode

 

Heute lebt diese Idee der Erneuerung in ihrer Art, sich zu kleiden, weiter. Wenn sie einen ultimativen Einkaufsführer für Silvester zusammenstellen müsste, würde sie Kleidungsstücke wählen, die die Feierlichkeiten überstehen: rote Hosen und einen roten Schal. Rot bleibt ihre emotionale Farbe, die ihr Energie verleiht und die sie oft auch in ihre Alltagslooks integriert. An regnerischen Tagen oder wenn die Stimmung sinkt, reicht ein rotes Element, um die Wahrnehmung des Tages komplett zu verändern. 
 
Ihre Beziehung zu Gegenständen folgt derselben konkreten Logik. Sie mag keine vergänglichen Geschenke, weder Blumen noch besondere Speisen. Sie bevorzugt etwas, das bleibt, das das Leben nach dem Fest begleitet. Eine Tasche zum Beispiel. Ein Gegenstand, den man benutzen, verbrauchen und mitnehmen kann. Denn Stil existiert für sie nur, wenn er in den Alltag Einzug hält.

Interkultureller Stil: Wenn Identität und Garderobe sich gegenseitig beeinflussen

 

Ihre Ästhetik entsteht zwangsläufig aus dem kulturellen Austausch. Durch sein langjähriges Leben in Italien hat sich sein Blickwinkel vielschichtig entwickelt: Er liebt es, Codes zu vermischen, westliche Jeans mit traditionellen Qipaos zu kombinieren und scheinbar weit voneinander entfernte Sprachen zu überlagern. Diese Vermischung ist keine kreative Übung, sondern das natürliche Spiegelbild ihrer Erfahrungen. Das nächste Experiment, das sie ausprobieren möchte, ist noch radikaler: traditionelle tibetische Kleidung mit westlichen Elementen zu kombinieren, um einen persönlichen, aber dennoch perfekt tragbaren Look zu kreieren. 

Diese Offenheit geht jedoch mit einer sehr klaren Erkenntnis einher: Italienische Eleganz lässt sich nur schwer aufgeben. Nach Jahren, in denen sie sich mit Kaschmirmänteln, klassischen Hemden und makellosen Mokassins umgeben hat, hat sie das Gefühl, sich ein wenig in einer bestimmten Ästhetik versteift zu haben. Der neue Zyklus bedeutet also nicht, das Klassische zu eliminieren, sondern es aus seinen gewohnten Kombinationen herauszulösen und als Grundlage zu nutzen, um etwas Größeres, Experimentelleres, Freieres zu schaffen. 

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Die Bedeutung von Accessoires für den Look

 

Wenn es ein Element gibt, das für sie ein Outfit komplett neu definieren kann, dann sind es Ohrringe. Sie betrachtet sie als echte Verwandlungsmittel: gleicher Look, völlig andere Ausstrahlung. Ihre Sammlung ist mittlerweile so umfangreich, dass sie einen eigenen Schrank dafür benötigt, ein Zeichen dafür, dass Accessoires für sie das Bild vervollständigen.

 

Modetrends 2026: Einflüsse, Klänge und fließende Identitäten

 

Ihr Modetrend für 2026? K-Pop. Nicht wegen der oberflächlichen Ästhetik, sondern wegen seiner hybriden Natur: westliche Rhythmen und asiatische Identität verschmelzen zu einer einzigartigen Sprache. Genau das sucht sie auch in ihrer Kleidung. 

Auf die Frage, welcher Stil sie wirklich repräsentiert, ist die Antwort einfach: keiner oder vielleicht alle. In China sagt man, dass Frauen aus Wasser bestehen: fließend, anpassungsfähig, aber in der Lage, zu Eis zu werden, wenn Stärke gefragt ist. So funktioniert auch ihre Garderobe: mal streng, mal verspielt, mal street, mal elegant. Allesamt authentische Ausdrucksformen derselben Identität.

Unter den aktuellen Kollektionen fühlt sie sich der Frühjahr Sommer-Kollektion 2026 von Saint Laurent am meisten verbunden: Farben, weibliche Kraft, Stoffe und Schnitte, die gemeinsam Weichheit und Stärke ausdrücken. Eine Vision der modernen Frau, die sie sofort als ihre eigene erkennt.

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Modische Farben 2026: die emotionale Farbpalette der Zukunft

 

Auch die Farbpalette der Zukunft wird ihrer Meinung nach einer emotionalen Logik folgen: leuchtende, aber leicht gedämpfte Farben wie staubiges Orange oder gedämpftes Grasgrün. Diese Farbtöne sind bereits seit einigen Saisons präsent und werden auch weiterhin bestehen bleiben, da sie einem kollektiven Bedürfnis entsprechen. In einer instabilen Welt suchen die Menschen nach visuellem Trost. Farbe wird zu einem kleinen Akt des Gleichgewichts. 

Und vielleicht ist genau das der Schlüssel zu ihrem Stil: Mode nicht dazu zu nutzen, um ein für alle Mal zu definieren, wer man ist, sondern um jede Veränderung zu begleiten. Genau wie jedes Jahr, wenn etwas Neues in die neue Garderobe kommt. Und in das eigene Innerste.

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